Da steht der Fisch – Gewässer „lesen“

Fische verteilen sich im Gewässer nicht gleichmäßig. Es gibt Plätze, wo sich Fische bevorzugt aufhalten. Angelt man dennoch im fast fischleeren Raum, so kann es allenfalls zu einem Zufallsfang kommen. Erfolgreiche Fischer können ein Gewässer meist besser „lesen“ als ihre Kollegen. Spoiler: Über dieses Thema könnte ich seitenweise Informationen zusammenstellen, was hier den Rahmen eines kurzen und knackigen Artikels sprengt. Ich kann aber die Sinne für dieses Thema schärfen.

Weiher oder Teich

Vielleicht ist auf Anhieb zu erkennen, wie das Gewässer entstanden ist (natürlich, ausgeschoben und aufgestaut), wo ich mit einer Wassertiefe von einem Meter und mehr rechnen kann und wie der Untergrund aussehen könnte. Gibt es Rinnen, Löcher, Unterwasserkanten und Bewuchs ? Das wären die heißen Angelstellen, denn Fische lieben abwechslungsreiche Bodenstruktur. Dort ist mehr Nahrung zu erwarten, und der Fisch kann vielleicht sogar etwas Deckung suchen. Schauen wir auf mein Beispiel: mittig reinwerfen, das wird mit wenig Erfolg gekrönt. Aber hinten entdecke ich eine kleine Halbinsel mit überhängendem Gebüsch. Genau davor ist eine erfolgversprechende Stelle (siehe Bild ganz oben). Auch direkt an meinem Standort, gleich hinter den Seerosen, können Karpfen, Brassen oder Schleien stehen.

Fließgewässer im Mittelgebirge

Die Flüsse im Mittelgebirge bieten prachtvolle Fischwaid auf Forellen und Co. Ich habe nur zwei der möglichen Hotspots markiert: ganz dicht unter den überhängenden Bäumen und mitten im Wasserlauf, falls es dort eine Rinne gibt. Natürlich sehen wir sofort eine vielleicht vorhandene zweite Rinne rechts. Und ebenso sind die Steinbrocken im Wasser interessant. Hinter ihnen, in Fließrichtung gesehen, kann eine Ausspülung existieren. Da steht dann womöglich die größere Gepunktete.

Mittelgroßer See – ehemaliger Kiesabbau

Ohne weitere Informationen ist dies Gewässer schwer zu beangeln. Der Untergrund ist strukturloser Sandboden – aber doch mit Tiefen und Höhen.  Erst eine Tiefenkarte verrät, wo Karpfen auf Nahrungssuche patrouillieren. Beispielsweise ein Plateau unter Wasser mit einer kleinen Erhebung, daneben Kanten. An diesem Gewässer muss ich mich entscheiden: entweder angel ich auf Distanz an gezielt ausgewählten Stellen mittendrin, oder im Randbereich. Dann würde sich also wieder der Bereich gleich hinter den Seerosen anbieten – genügend Wassertiefe, durch die Seerosen Strukturänderung am Grund. Und tatsächlich kommen Großkarpfen hier fast bis unter die Rutenspitze heran.